Ordentliche Vertreterversammlung der Wohnungsbaugenossenschaft Sangerhausen e.G. (WGS)

Die wichtigsten Feststellungen und Ergebnisse im Überblick:

Die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Geschäftsjahr 2021 – d.h. die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage - der Genossenschaft sind solide bzw. robust. Die hohe Eigenkapitalquote von 80,5 % gemessen an der Bilanzsumme zum 31.12.2021, der geringe Verschuldungsgrad auf Basis der Altschulden und Investitionskredite von 11,9 % und ein operativer EBITDA von rd. 23 € je m² Wfl. sind hierfür markante Eckdaten.

Durch eine proaktive Investitionspolitik kann dem strukturellen Leerstand im Wohnungsbestand begegnet werden, um die Einnahmen im Kerngeschäft zu sichern. Im Geschäftsjahr 2021 wurden hierfür ca. 3 Mio.€ für Bestandsinvestitionen und operativ für den Bestandserhalt ca. 3,1 Mio.€ (rd. 18 €/m² Wfl.) eingesetzt.

Auf Grundlage des Jahresüberschusses 2021 in Höhe von 1,3 Mio.€ erhob der Aufsichtsrat keine Einwände hinsichtlich der Auszahlung einer Dividende von 2 % auf das dividendenberechtigte Geschäftsguthaben, was von den Vertretern nach Vorlage und Diskussion des Gewinnverwendungsvorschlages auch so beschlossen wurde.

Bestandsgefährdende Risiken sind für die Genossenschaft nicht gegeben.

Eine eigenfinanzierte Instandhaltung und Instandsetzung der Immobilien ist noch auf einem hohen Niveau möglich. Aber die erheblich gestiegenen Beschaffungskosten für Material und Dienstleistungen als auch die CO2-Bepreisung belasten die Genossenschaft deutlich im Vergleich zu den Vorjahren. Die Finanzierung über die Miete als Haupteinkunftsquelle der Genossenschaft ist für die Zukunft abzusichern.

Besondere Risiken sind aktuell im Zusammenhang mit den extremen Steigerungen für Energiekosten gegeben. Es ist von einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit von Forderungen auszugehen. Die Genossenschaft hat erhebliche Vorleistungen an Geschäftspartner vor allem im Bereich der Betriebskosten zu tätigen, deren kurzfristige Finanzierung ebenso sicherzustellen ist. Es ist darauf hinzuweisen, dass durch die Abrechnung der Betriebskosten für Geschäftspartner keine Einnahmen für die Genossenschaft erzielt werden.

Die im Allgemeinen unverändert hohe Inflation und im Besonderen die extrem hohen Energiekosten belasten die Haushaltseinkommen der Mieterschaft ganz erheblich.

Hinsichtlich der satzungsgemäßen Regularien gemäß § 35 Abs. 1 Satzung wurden am 22.06.2022 die folgenden wesentlichen Beschlüsse gefasst:

* Die Bilanz zum 31.12.2021 schließt mit einer Bilanzsumme in Höhe von 83.044.813,50 €. Für das Geschäftsjahr 01.01.2021 – 31.12.2021 weist die Gewinn- und
Verlustrechnung
einen Jahresüberschuss aus in Höhe von 1.337.969,03 €.
* Aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 1.337.969,03 € sind bereits bei Aufstellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2021 gemäß § 40 Abs. 2 Satzung 10 % der gesetzlichen Rücklage zugeführt worden. Die Dotierung der gesetzlichen Rücklage erfolgte in Höhe von 133.796,90 €.

Nach Dotierung der gesetzlichen Rücklage ergibt sich ein zu verteilender Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 1.204.172,13 .

Der Vertreterversammlung wird gemäß § 35 Abs. 1 lit c) Satzung auf Grundlage des Beschlusses nach gemeinsamer Beratung und getrennter Abstimmung von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 28 lit m) Satzung am 16. Mai 2022 folgender Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns unterbreitet:
Auszahlung einer Bruttodividende von 2,0 % in 2022 – auf das dividendenberechtigte Geschäftsguthaben zum 1. Januar 2021 – in Höhe von 62.116,92 €.
Einstellung des nach der Dividende für das Geschäftsjahr 2021 verbleibenden Bilanzgewinns in Höhe von 1.142.055,21 € in die Anderen Ergebnisrücklagen in 2022.
Die Vertreter stimmen dem Ergebnisverwendungsvorschlag zu.
* Die Vertreter erteilen dem Vorstand Entlastung für das Geschäftsjahr 2021.
* Die Vertreter erteilen dem Aufsichtsrat Entlastung für das Geschäftsjahr 2021.
* Zum 31. Dezember 2021 scheiden nach den vorliegenden Kündigungen, nach Todesfällen bzw. nach Ausschlüssen 170 Mitglieder mit Geschäftsguthaben in Höhe von 172.285,00 € aus der Genossenschaft aus, die in 2022 zur Auseinandersetzung führen.

Darüber hinaus liegen zum 31. Dezember 2021 Teilkündigungen von Geschäftsanteilen vor, die zur Auseinandersetzung in 2022 in Höhe von 465,00 € führen.

Des Weiteren schieden im laufenden Geschäftsjahr 2021 außerordentlich durch Übertragungen und nachträgliche Todesmeldungen 43 Mitglieder mit
Geschäftsguthaben in Höhe von 46.500,00 € aus der Genossenschaft aus.

Die Vertreter genehmigen die o.g. Auseinandersetzungsguthaben. Die Auszahlung erfolgt bis zum 30. Juni 2022.

Darüber hinaus wurden die Aufsichtsratsmitglieder Frau Görlich und Frau Ullrich für 3 Jahre wiedergewählt.